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Zwei Mal im Jahr erstellt der Deutsche Tennis Bund seine nationalen
Ranglisten. Was sich nach einfacher Routine anhört ist in Wahrheit ein
ausgeklügeltes System, hinter dem sich ein enormer Aufwand verbirgt.
Die
Automatisierung im Ranglistenbereich ist in den letzten 10 Jahren
sehr stark vorangeschritten. Wurden früher die nationalen Ergebnisse
noch von Hand erfasst, so können diese inzwischen aufgrund der
eingeschickten Ergebnisdateien zügig
in die Ranglistensoftware eingelesen werden. Im gleichen Tempo wie die
technischen Fortschritte zunahmen, nahm auch das Datenvolumen im
Ranglistenbereich zu. Mittlerweile werden beim DTB rund 160.000
Ranglistenspieler verwaltet und bei rund 3.000 nationalen und
internationalen Tennisveranstaltungen 240.000 Ergebnisse im Jahr
erfasst. Hinter der Ranglistenberechnung selbst steht nicht nur ein
rechnerischer Aufwand, der gar nicht so umfangreich ist, sondern vor
allem ein großer Verwaltungs- und Abstimmungsaufwand.
Für eine
Berechnung muss gewährleistet sein, dass die Ergebnisse möglichst zu
100 Prozent in der DTB-Geschäftsstelle erfasst sind, damit kein
Spieler Nachteile durch später eingereichte Turnierergebnisse hat. Bis
kurz vor Erfassungsschluss der Ranglistenstichtage am 31.März bzw.
30.September jeden Jahres werden die Landesverbände regelmäßig auf noch
fehlende Veranstaltungen hingewiesen, die dann dank der guten
Mitarbeit der Verbandsranglistenbeauftragten auch in der Regel zeitnah
eingeschickt werden.
Im Vergleich zu
der automatisierten Verarbeitung der deutschen Ergebnisse ist der
Bearbeitungsaufwand internationaler Ergebnisse sehr viel höher, da
hier hunderte von Veranstaltungen im Ausland recherchiert, nach
Ergebnissen deutscher Spieler durchsucht und deren Ergebnisse von Hand
erfasst werden müssen. Neben den Turnieren werden für die Berechnung
zusätzlich auch die sehr umfangreichen Mannschaftsspiele
berücksichtigt, die sich über mehrere Wochen verteilen und in der
Regel erst zum Ende der Spielsaison an den DTB geschickt werden.
In den letzten
zwei Wochen vor dem Ranglistenstichtag sind die Spieler angehalten,
noch einmal die Online-Spielerprotokolle auf der DTB-Turnierplattform
auf fehlende oder falsch erfasste Ergebnisse zu prüfen und Korrekturen
sowie Vereinsenderungen über den Online-Ranglistenbogen zu melden.
Aufgrund der Vielzahl der eingeschickten Ranglistenbögen erstreckt
sich deren Bearbeitung beim DTB über zwei bis drei Wochen. In der
gleichen Zeit prüfen die Landesverbände noch einmal ihre Spielerdaten
und schicken Anpassungen ebenfalls zur Einarbeitung an die
DTB-Geschäftsstelle.
Erst nach
Abschluss dieser Erfassungen starten die Testläufe für die
Ranglistenberechnung. Hierbei wird geprüft, ob die angewendeten
nationalen und internationalen Punktekataloge noch stimmig sind oder
ob bei einem Spieler eine Fehlerfassung von Ergebnissen auffällig
wird. Tendenzranglisten dieser Testläufe werden an mehrere Personen
(Trainer und Ranglistenbeauftragte) in verschiedenen Landesverbänden
zur Prüfung geschickt, im Aktivenbereich erhalten im September sogar
alle Landesverbände entsprechende Tendenzranglisten. Erst nachdem
alle Prüfer von der Qualität der Rangliste überzeugt sind werden die
Ranglisten zur Verabschiedung an den Ranglistenausschuss geschickt und
danach sofort veröffentlicht.
Dieser
abschließende Eingabe-, Korrektur- und Prüfaufwand ist so umfangreich,
dass er sich trotz Wochenendarbeiten in dieser Zeit über vier bis fünf
Wochen hinziehen kann. Andererseits ist dieser Aufwand erforderlich,
um die Ranglistenqualität sowohl auf deutscher Ebene als auch für
die Verbandsranglisten zu erreichen, die dank der guten Zusammenarbeit
zwischen Haupt- und Ehrenamt in den letzten Jahren erreicht wurde. In
anderen internationalen Verbänden mag die Erstellung der Ranglisten in
kürzeren Zeiträumen erfolgen, aber diese haben nicht das Datenvolumen
des DTB und keinen so vielfältig ausgeprägten Turnier- und
Mannschaftsspielbetrieb.
Als größter
Tennisverband der Welt erstellt der DTB nicht nur Ranglisten für den
Leistungsbereich der deutschen Spitze im Jugend-, Aktiven- und
Seniorenbereich, sondern auch hinunter bis in den Breitensportbereich
auf Bezirksebene, was zur Zeit nur mit einem großen Zeit- und
Arbeitsaufwand gewährleistet werden kann.
Sicherlich
könnten jeden Monat oder vierteljährlich Rechenläufe durchgeführt
und die Ranglisten ohne den Prüfaufwand veröffentlicht werden. Dies
hätte aber einen Verlust der Ranglistenqualität und eine erhöhte
Anzahl von Neueinstufungswünschen der Spieler aufgrund noch nicht
vorliegender Ergebnisse zur Folge.
Der DTB hat in
den letzten Jahren viel Zeit und Geld in die Automatisierung des
Ranglistenbereiches gesteckt. Wäre dies nicht geschehen, hätte das
riesige Datenvolumen im Ranglistenbereich zur Folge gehabt, dass die
Ranglisten nicht mehr nur halbjährlich veröffentlicht werden können
sondern nur noch jährlich. Auch in Zukunft wird der DTB alles daran
setzen, dass die Ranglisten des DTB und seiner Landesverbände sehr
zügig aber auch mit einer gleich bleibend hohen Qualität
veröffentlicht werden. Bericht Deutscher Tennisbund
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