Header -  nordhessentennis.de - Informationen rund um den Tennissport der Region

0

   Physiotherapie  -  Tennisarm
   
 

Tennisarm - Für viele verschiedene Muskelgruppen des Arms ist der Ellenbogen ein Ausgangspunkt.

  1. Epicondylitis radialis humeri (auch Tennisellenbogen): Einrisse der Sehnenansätze am äußeren Epikondylus des Oberarmknochens (Strecker des Handgelenks und der Finger).
  2. Epicondylitis ulnaris humeri (auch Golferellenbogen): Einrisse der Sehnenansätze am inneren Epikondylus des Oberarmknochens (Beuger des Handgelenks und der Finger)

Eine Epicondylitis entsteht durch Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur, das heißt durch extreme oder dauernd wiederkehrende Bewegungen. Die dadurch zur Winkeloptimierung des Muskelansatzes eintretende Knochensubstanzanlagerung dehnt vermutlich die sensibel innervierte Knochenhaut. Mögliche Auslöser sind:

  • Einseitige Beanspruchung (z. B. bei Tastatur-, Mausbenutzung, Sportklettern)
  • Falsche Haltung (im Beruf, bei der Haus- und Gartenarbeit oder in der Freizeit)
  • Falsche Technik bei Schlägersportarten (Tennis, Badminton, Golf).

  • Falsche Schlafhaltung in Seitenlage: Verwendung des stark gebeugten Armes als Kopfstütze.

Nach landläufiger Meinung kann auch ein falscher, d. h. ein zu großer oder zu kleiner Griffumfang, ursächlich für eine Epicondylitis sein. Dies ist jedoch nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie (2006) nicht der Fall: Nach Ansicht der Forscher hat eine falsche Griffstärke keinen signifikanten Effekt auf die betroffenen Muskeln des Unterarms und spielt deshalb auch keine Rolle bei der Entstehung der Sehnenentzündung.

Es herrschen Druckschmerzen an den betroffenen Muskeln sowie ausstrahlende, ziehende Schmerzen im gesamten Unterarm. Anfangs schmerzen die Unterarme nur bei Belastung. Im Mittelstadium schmerzen sie auch belastungsfrei, und die Kraft lässt nach.

Die beste und einfachste Therapie sind Dehnübungen. Die meisten anderen Therapiemethoden bewirken keine Heilung, sondern lindern höchstens kurzfristig die Beschwerden, wie z.B. Kühlung, Ultraschall, Lasertherapie, Interferenztherapie, Hochvolttherapie, Elektrostimulationstherapie, Muskelkräftigungsübungen, Armschlinge, Bandagen, Verbände, Stoßwellen-Therapie (ESWT und Lithotripsie), Anwendung von Cremes (Voltaren, Diclac, Dolobene) und Gelen, Manuelle Therapie, Krankengymnastik, Akupunktur, Neuraltherapie und Homöopathie, lokale Friktionsmassagen und die Gabe von Kortison.

Es gibt Hinweise, dass Physiotherapie gegen Epicondylitisbeschwerden auf Dauer besser hilft, als Kortison oder Zuwarten. Wichtig ist die Belastungskarenz.

Die Epicondylitis in den meisten Fällen eine selbstlimitierende Erkrankung. Nach zirka einem Jahr sind 90 bis 95% der Patienten mit oder ohne Therapie wieder beschwerdefrei.

 
     
     
0